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Das Prato Paradiso und der Landschaftstempel vom Ortasee

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  • vor 11 Stunden
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Im September 2013 kam ich im Rahmen meiner Geokultur-Ausbildung bei Axis Mundi erstmals an den Ortasee, den kleinsten und westlichsten der norditalienischen Seen. Unter anderem machten wir dort, in den Esskastanienwäldern, eine 24-stündige Visionssuche. Dabei kam es für mich zu einer innigen Verbindung mit der Landschaft.Vor unserer Heimfahrt besuchten wir auch die Isola San Giulio – die kleine Insel, die wie eine Perle im Ortasee liegt. In meinem Gepäck hatte ich das letzte von 33 Tonfigürchen, die ich seit 2010 an bis dahin 32 hauptsächlich etruskisch geprägten Orten eingegraben hatte – damals noch ganz intuitiv – als Samen für eine neue Kultur. Die kleinen Figuren waren allesamt Abwandlungen des etruskischen Gottes Tages, den, der Sage nach, der König von Tarquinia aus der Erde gepflügt hatte, und der dann zum Kulturheros der Etrusker wurde. Was mich daran besonders inspirierte, war sein Auftauchen aus der Erde und sein Aussehen: Auf dem Körper eines Neugeborenen sitzt der Kopf eines Greises. Hier, auf der Isola, vergrub ich den allerletzten, den 33. „Tages“.

Es war etwa ein Jahr her, seitdem ich Marko Pogačnik im Rahmen meiner Ausbildung zum ersten Mal getroffen hatte. Seine Bücher mit Erfahrungen den Erdwandel betreffend hatte ich schon früher zu lesen begonnen. Aber nun wurde alles viel lebendiger und gemeinsam mit ihm sollte ich nach ein paar Jahren an vielen Geopunkturen wirken und auch Seminare zum Thema der Samen des Neuen Raums halten.


Wiederum ein paar Jahre später begegnete mir eine Frau – als Teilnehmerin eines geomantischen Seminars - die dort am Ortasee lebte. Wir fühlten sofort Nähe zueinander, und sie lud mich ein, sie in Italien zu besuchen, um insbesondere in näheren Kontakt mit den Natur- und Elementarwesen ihrer Gegend zu kommen. Es stellte sich heraus, dass ihr Haus sich am Fuß des Berges befindet, wo ich damals die Visionssuche gemacht hatte, am Fuß des Monte Barro, und in dem Dörfchen „Pratolungo“, was so viel bedeutet wie lange oder große Wiese. Tatsächlich befindet sich hinter dem Haus meiner Freundin noch ein großes, unbebautes Wiesenareal, von dem aus man einen spektakulären Blick in alle Richtungen hat, insbesondere auf den See mit seiner Insel und auf der anderen Seite auf den hohen Gipfel des alles überschauenden Mottarone, von dem auch der Fluss Pescone herunter kommt, welcher diese Wiese auf der einen Seite begrenzt und dann genau auf die Insel zuhält und den Hauptzufluss des Sees bildet.

Es hatte ein paar Jahre zuvor durch eine Gruppe von Menschen eine Vision gegeben diese Wiese betreffend, welche in diesem Zusammenhang den Namen „Prato Paradiso“ erhielt – die Paradieswiese. Allerdings verlor sie sich aufgrund chaotischer Besitzverhältnisse.

Meine Freundin führte mich als erstes zu einem der verwilderten Terrassenabfälle innerhalb der Wiese, wo sie gemeinsam mit anderen der ursprünglichen Vision verpflichteten Menschen eine kleine, weiße Madonnenfigur vor einem Erdloch platziert hatte, das von einer ausgerissenen Wurzel stammte. Inzwischen war sie die letzte geblieben, die sich um diesen Ort kümmerte. Ohne näheres geomantisches Wissen hatte sie jedoch mit Inbrunst und Liebe immer wieder diesen Ort aufgesucht und ihn als Zugang zu den Wesen anderer Sphären erkannt, welche sie die „Feen“ nannte. Das erwies sich als vollkommen stimmig, und ich wurde von diesen Wesen, welche ich als die „Sidhe“ bezeichne, willkommen geheißen und konnte spüren, dass sie mich wiedererkannten nach meiner Visionssuche auf ihrem Berg. Ihr Reich befindet sich ausgehend vom Prato innerhalb des gesamten Monte Barro, welcher vor dem inneren Blick gänzlich mit Licht gefüllt ist. Die Sidhe wurden meine und unsere Verbündeten in den kommenden Vorhaben. In zwei aufeinanderfolgenden Jahren (2023 und 2024) habe ich geomantische Workshops durchgeführt und wir haben dabei das Prato Paradiso, wohl ein ehemaliges Zeremonialplateau, als das Herzstück des Landschaftstempels zwischen Mottarone und der Isola erkannt. Dieser Landschaftstempel verbindet die drei Welten – die obere, die mittlere und die untere Welt, und das verbindende Agens ist das Wasser. Die Atmosphäre des Ortasees insgesamt ist eine wässrige, nicht nur im physischen Sinne, sondern im Sinne des Sternen- und Seelenwassers, und sie ermöglicht einen ganz sanften, wie selbstverständlichen Übertritt zu unseren atlantischen  Erfahrungen und unserer eigenen wässrigen Verkörperung.

In den beiden Jahren arbeiteten wir u.a. am Monte Barro, am Prato, sowie am Zwillingsberg des Monte Barro, dem Monte di Carcegna, welcher sich auf der anderen Seite des Flusses Pescone befindet. Wir fanden dort in einem alten Zeitzyklus gefangene Erd-Elementarwesen, die sich deutlich in den Strünken großer, abgeholzter Maronibäume abgebildet hatten. Und wir konnten sie mit Imaginationen, Gaia-Touch Übungen und Tönen in die aktuelle Zeit herüberholen. Später erfuhren wir, dass es dort lange Zeit einen Steinbruch gegeben habe, der nun völlig überwachsen ist. Der Mottarone hielt die größte Überraschung bereit. Von seinem Gipfel aus in Richtung des Sees gibt es eine Reihe von sehr markanten Felsgebilden – allesamt Granit -, welche keinen Zweifel an der ehemaligen kultischen Nutzung lassen. Ein gespaltener Fels, ein riesiger Durchschlüpfstein, zielt genau auf den Lago und seine Insel. Wir nützten und ehrten den Fels mit Durchschlüpfritualen, die sowohl individuellen Charakter hatten als auch im zweiten Durchgang der Situation Gaias und ihrer Evolution(en) gewidmet waren. Weiter unten fanden wir ein großes, von einer Unzahl von Schalen durchsetztes Felsplateau, das sogar mich, die ich in einer der schalensteinreichsten Gegenden Europas lebe, sprachlos machte. Neben diesem Plateau, das ebenfalls auf die Insel ausgerichtet ist, entspringt der Fluss Pescone. Von hier aus konnten wir den ganzen Landschaftstempel überblicken und ihn durch unsere gemeinsame Imagination in seiner sakralen Einheit verbinden. Eine der hier ausgeführten Übungen war die Kompass-Imagination aus den Einweihungskarten von Marko Pogačnik und Andrea Rosslan Brandt – die Wieder-Einsetzung unseres Herzens als Kompass.

Nun aber noch zu dem vielleicht wichtigsten Ort unserer Recherchen – der Insel! Die Einheimischen nennen den Ortasee den „Lago Drago“ – den Drachensee, und erkennen in seiner Form einen Drachen. Der heilige Julian (Giulio) soll im 4. Jahrhundert den oder die Drachen von der Insel verjagt haben. Seltsame Dinge und auch heute noch nur geflüsterte Geheimnisse wissen die Leute der Gegend von der Isola zu erzählen, welche die hohe vatikanische Kurie betreffen. Die Insel ist fast völlig von kirchlichen Bauten bedeckt, u.a. der romanischen Basilika mit ihrer Krypta. Diese Krypta ist ein energetisch unerhört starker Ort, der sehr ambivalent erlebt werden kann, je nachdem, ob man in eine Verbindung mit seiner Ursprungsqualität oder mit der Überlagerung kommt. So ist es den Teilnehmenden ganz unterschiedlich ergangen – und auch mir selbst jedes Mal wieder anders. Trotz der klar spürbaren magischen Versiegelung der Unterwelt kann man das Portal in die innersten Tiefen der Erde wahrnehmen. Das Heiligste und etwas sehr Dunkles sind da parallel vorhanden. Der Drache ist gebunden, aber doch präsent in seinem Bewusstsein. Das Ganze hat eine Dimension, vor der wir ziemlichen Respekt hatten, und der wir uns nur Schritt für Schritt annäherten. Immer wieder bauten wir Schutzsphären für unsere Gruppe auf. Es war klar, dass der Ort fest in sehr traditioneller klerikaler Hand ist. Trotz der großen Touristenströme war es möglich, einen Moment zu finden, in dem wir auch in der Krypta ungestört tönen konnten – ein sehr eindrucksvolles Erlebnis, welches von einer großen Anzahl von Präsenzen begleitet war, und das wir dann einfach weiter seine Wirkung tun ließen! Viele Synchronizitäten begleiteten unser Tun in diesen Tagen, insbesondere um die Insel herum. Vielleicht hatte daran auch die kleine Tages-Figur, die hier vor der Fassade des Konvikts in der Erde liegt, ihren Teil beigetragen! Die Etrusker waren ja Meister der (weißen) Magie!


Die zerrütteten Verhältnisse rund um unser Prato Paradiso und die überwältigende geomantische Dimension der Insel ließen als nächsten Schritt die Idee einer Lithopunktur auftauchen. Bei einheimischen Freunden ergab sich die Möglichkeit einer Platzierung – hinter dem Monte di Carcegna – mit direktem Blick aufs das Prato. „Potrebbe essere come un faro!“, sagte die Frau,

als ich sie um ihr Einverständnis bat – „Es könnte wie ein Leuchtturm wirken!“ So konnte ich letzten Herbst zwei Kosmogramm-Steine verwirklichen, Steine aus einem atemberaubenden unter-Tag Marmor-Steinbruch etwas nördlich des Ortasees, genau dort, wo die europäische und die afrikanische Platte seit Urzeiten aneinander drängen und einen den Dolomiten ähnlichen Gebirgskamm hochgeschoben haben. Ich überließ mich völlig der Führung vor Ort, was die Entwicklung der Kosmogramme betraf, und es war nicht zu übersehen und zutiefst berührend, wie das Projekt von den Wesen der Landschaft unterstützt wurde. Am Martinstag, dem 11. 11. um 11 Uhr wurden die Steine geliefert und ich konnte den „estate di San Martino“ („Sommer des heiligen Martin“) mit seinen letzten milden Tagen zum Meißeln nützen. Am Morgen hatte ich die Mail einer langjährigen Kollegin der Geopunkturarbeit mit Marko erhalten, welche, ohne zu wissen, wo ich mich befand, schrieb: Liebe Barbara, heute auf das Portal des 11.11. hatte ich einen sehr schönen Traum. Deine TeilnehmerInnen haben ein Lied für dich gedichtet. …. Danach soll es noch ein Schattenspiel für dich geben. Eine transparente Wand steht im Raum und die TeilnehmerInnen nehmen gerade ihre Positionen ein oder suchen noch nach ihren Kostümen. …Wer konnten die Teilnehmenden sein? Da war keine Gruppe, da war kein Workshop. Aber da war diese so stark fühlbare und unterstützende Präsenz der Shidhe und anderer (Landschafts-)Wesen. Zuerst gestaltete ich ein Kosmogramm zur neuen Herzqualität. Dann war da kurz eine Leere. Beim morgendlichen Gang entlang des Monte di Carcegna blieb ich bei einem Menhir stehen und befragte ihn, ob meine Intuition, für die Mineralengel zu meißeln, stimmig sei. Es kam eine ganz starke, warme Zustimmung, und so lief auch die zweite Kosmogramm-Entwicklung und Umsetzung weiter zutiefst unterstützt.Die Steine an dem berührenden, abgeschiedenen Ort der befreundeten Familie inmitten der Maroniwälder dürfen nun wirken und den nächsten Schritt vorbereiten, den wir mit Marko Pogačnik und einer Gruppe von Teilnehmenden hoffentlich im Juni 2026 tun werden können, um diese Landschaft weiter zu begleiten, ihr volles und wunderbares Potenzial für die Neue Erde zu öffnen!


 
 
 

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