Kosmogramm Gralslandschaft und Sernenfeld von Barbara

Bericht zur Geopunktur „Zu den Wurzeln der Gaiakultur“ – inspiriert durch den
Liechtensteinschen Landschaftspark von Lednice/Valtice (Eisgrub/Feldberg) in Mähren
Ausgeführt 2026 von der Künstlergruppe des LifeLoveNets in Adersbach in Tschechien
Zum ersten Mal war ich in Adersbach/Znonov im September 2015, als mich Marko Pogačnik zu meiner ersten Mitwirkung an einer Geopunktur einlud – damals den Tieren gewidmet. Dass er mir gleich das Kosmogramm für die Drachen übertrug, war Überraschung und Herausforderung zugleich. Immer noch bin ich erstaunt über die Inspiration zu diesem meinem allerersten gemeißelten Kosmogramm, die sicher von der einzigartigen Landschaft getragen war.
Ich hatte ja gedacht, solche Landschaften gebe es nur in Amerika oder versteckten Wadis der Sahara ... nein, im Herzen Europas, an der tschechisch-polnischen Grenze ziehen sich die „Felsenstädte“ von Adersbach (Adrspach) und Teplice über viele Quadratkilometer hin, mit eng stehenden, bis an die 100 Meter hohen Felsentürmen, zwischen denen man dahingehen kann wie durch ein natürliches Manhattan. Mehrmals schon haben wir an diesem besonderen Ort gearbeitet – so auch heuer wieder zu einem herausfordernden Thema. Der von den Liechtensteinschen Fürsten über Jahrhunderte geformte Landschaftspark nahe der österreichisch-mährischen Grenze, in Lednice/Valtice (Eisgrub/Feldberg) wurde im Vorfeld von uns besucht und in der geomantischen Wahrnehmung als eine unsere Gaiakultur- Bestrebungen vorbereitende geistig-kulturelle Schöpfung erkannt.
Neben Adersbach/Teplice ist dieses so ganz anders geartete wässrige Gebiet eine weitere
landschaftliche Hauptattraktion Tschechiens. Es stellte sich heraus, dass die Liechtensteinschen Urheber der diversen Tempel, Denkmäler und Wasserlandschaften gemeinsam mit ihren Beratern und Architekten wohl tiefe geomantische Einsichten als auch Absichten hatten. Es war sehr interessant und beeindruckend, als verbundene Gruppe von Künstler-Geomanten dieses Gesamtkunstwerk in seiner konkreten Landschaft kennenzulernen und seine Bedeutung – damals und heute – auszuloten. Das fand im heurigen Jahr in den Tagen um die Walpurgisnacht statt. Marko hatte die Landschaft schon einige Jahre zuvor besucht.

Wie stets für eine auszuführende Geopunktur wurde auch nun ein Konzept erarbeitet, welches sich in diesem Fall aus den einzelnen Orten des Landschaftsparks der Liechtensteiner zusammenfügte, und aus denen jede/r von uns zwei bis drei auswählte, die sie/ihn besonders berührt und inspiriert hatten.
Dieses Konzept ist am Ende des Beitrags zu finden. Im August, zur Zeit der Sonnenfinsternis und der Perseidenschauer, fanden wir uns wieder in Zdonov (Merkelsdorf)/Adersbach ein auf dem Land unseres Auftrags- und Gastgebers Bernard Lainka, welcher in Tschechien mehrere Demeter-Farmen betreibt. (Die Umstellung seiner großen Flächen auf diese Form der Bewirtschaftung war maßgeblich inspiriert durch unsere Gruppe erfolgt – ein erfreulicher „Nebeneffekt“ unserer Arbeit!)
Die großen, flachen Sandsteine – Restprodukte aus dem regionalen Abbau der Steinquader, waren
schon bereit, sorgfältig in waagrechter Position und der rechten Höhe zum Meißeln gelagert. Wieder kamen wir zusammen, hergereist aus verschiedenen Ländern: Slowenien, Tschechien, Österreich, Deutschland und sogar den USA. Das jährliche Wiedersehen ist ein Anlass zur Freude, ebenso die gemeinsame kreative Arbeit, in die wir durch Marko und seine Frau Marika inhaltlich, künstlerisch und handwerklich eingeführt worden waren. Wie schön, unser aller Kosmogramm-Entwürfe zu sehen und diese in den folgenden Tagen gemeinsam umzusetzen. Das stundenlange vielstimmige Geräusch unserer Hämmer und Meißel auf dem Stein, welches oft lange Zeit kaum durch etwas anderes unterbrochen wird, führt tief ins eigene Innere und zu einer innigen Verbindung mit dem Stein und dem zu realisierenden Inhalt.
Nach zwei bis drei Tagen kommen dann die ersten schweren Maschinen, um die fertigen Steine
abzuholen. Am Ort ihrer Aufstellung werden genau nach Maß die Löcher ausgebaggert, sodass sie
gemeinsam den jeweiligen Grundriss der Gesamtkomposition ergeben, welche übrigens bei jeder
Installation anders und neu gestaltet wird, gemäß den Gegebenheiten des Geländes, dessen
Ausrichtung zur Sonne hin, sowie dem inhaltlichen Konzept. Das Aufstellen der großen, schweren Steine erfordert viel Geschick und Feingespür seitens des Baggerführers, des Koordinators und der Gehilfen, damit die Position in allen Richtungen fein austariert und stimmig ist. Die Steine kommen in ein Bett aus scharfkantigem Schotter und werden in ihren Unregelmäßigkeiten oft mit Feldsteinen unterfüttert.
Wenn die letzten Kosmogramme gemeißelt sind, hilft die ganze Gruppe beim Reinigen der
aufgerichteten Steine und des Areals. Schließlich ist der Moment gekommen, die Geopunktur durch ein gemeinsames Ritual zu erden und die einzelnen Steine/Kosmogramme jeweils durch deren Erschaffer/in vorzustellen.

Diese unsere schöpferische Arbeit ist es jedoch nicht allein, was wir in der gemeinsamen Zeit an dem betreffenden Ort umsetzen. Geleitet von Träumen einzelner Mitwirkender oder anderen Vorkommnisse entsteht, oft auch geklärt durch Markos (meist nächtliche) Meditationen, ein Raum für weitere Rituale, die für die Verwirklichung und den Schutz unseres Werkes an diesem Ort geboten erscheinen. Hier in Adersbach und Zdonov tauchen etwa Gewalttaten im Zusammenhang mit der Vertreibung der großteils deutschsprachigen Bevölkerung am Ende des zweiten Weltkriegs auf, deren gespenstische Abdrücke nach wie vor im energetischen und emotionalen Feld vorhanden sind. Durch einen der Träume offenbart sich gegen Ende unsers Arbeitsaufenthalts die ganz besondere geomantische Qualität des Areals, auf dem wir nun schon die vierte Installation errichtet haben. Es liegt zwischen dem Kamm der Felsenstadt und einem ebenfalls von Felstürmen bestandenen Hügel, und enthüllt sich als einer jener kostbaren Orte, an denen das „in Liebe vollkommene Großmutter-Universum“ (wie Marko es nennt) an der „Hinterseite“ unserer Erde mit dem Kosmos kommuniziert. Die Geopunkturen mit ihren Steinen werden so zu Instrumenten, welche – durch diese Verbindung in Schwingung versetzt – ihre Musik freigeben. Solche Orte, wie u.a. auch in Venedig oder nahe Bern oder am großen Donau-Mäander bei Schlögen, sind Organe der gewandelten Erde.





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